Nanaskop

ich und meine Welt

Neulich im Löbbecke Museum

Juli11

Das Löbbecke Museum in Düsseldorf ist nicht eines der modernsten und auch nicht das didaktisch am besten aufbereitete Museum seiner Art. Aber man kann dort – wenn man sich Zeit lässt – schöne 2 – 2,5 Stunden verbringen. Und mit Nichtbiologen interessante Diskussionen über den Sinn und Unsinn der Klassifizierung nach Linné führen.

„Warum sind Schlammspringer Fische, wenn sie doch die meiste Zeit außerhalb des Wassers verbringen? Müssten es dann nicht Amphibien sein?“
Die Biologen unter uns werden sich sagen: Ganz einfach: Ich gehe den dichotomen Bestimmungsschlüssel durch oder ich schaue auf die Schlüsselmerkmale in denen sich die verschiedenen Wirbeltierklassen unterscheiden. Als Nichtbiologe jedoch sieht man das anders. Und schaut man sich lediglich die Lebensweise an, dann könnte man in der Tat auf die Idee kommen, diese besonderen Fische den Amphibien zuzuordnen.

Eins sei an dieser Stelle jedoch allen Nichtbiologen gesagt: Die Klassifizierung der Lebewesen nach Linné, wie sie bis heute gilt, ist die am logischsten und auch am einfachsten durchzuführende. Denn scheint es nicht plausibel, dass der Maulwurf und die Maulwurfsgrille keinerlei Verwandtschaft verbindet, auch wenn sie den gleichen Lebensraum haben und beide sich Gänge durch die Erde graben? Dennoch ist das eine ein Säugetier und das andere ein Insekt.

Aber nicht nur solcher Art interessanter Gespräche kommen hier auf. Man kann viele spannende Tiere entdecken und dies nicht nur in den zahlreichen Aquarien die teilweise sehr schön eingerichtet sind. Auch viele Reptilien, Amphibien und Insekten haben hier ein Heim und können von den Wissenshungrigen beobachtet werden. Und auch, wenn es hier keine spektakulären Arten gibt, die man sonst nirgendwo zu sehen bekommt, sondern eher die Standartarten, so macht es immer wieder Spaß die Tiere in ihren Biotopen zu finden (was auf Grund der Anpassung oft gar nicht so einfach ist) und über den Einfallsreichtum der Natur zu staunen.

Jedoch muss man zugeben, dass der Eintritt mit 6 Euro für Erwachsene und 4 Euro für Kinder und Ermäßigte für dieses doch relativ unmoderne Vergnügen und das recht angestaubt wirkende Ambiente teuer erscheint.
Aber man darf nicht vergessen, dass das Löbbecke Museum in der Form wie wir es heute kennen schon seit 1987 existiert und damals sehr innovativ war.

Fazit: Einen Besuch ist der Aquazoo in Düsseldorf auf jeden Fall wert, wenn man seine Ansprüche an didaktische und technische Aufbereitung sowie „Wow´s“ und „Ahh´s“ und „Ohh´s“ reduziert. Vergleiche mit dem L’Aquàrium Barcelona, dem Monterey Bay Aquarium oder anderen sind unangebracht und würden zu Enttäuschungen führen. Aber die liegen ja auch nicht in der Nachbarschaft.

Kurz um: Ich hatte Spaß und einen schönen Tag.

posted under Düsseldorf

Email will not be published

Website example

Your Comment: